Deine Piercingpflege

Piercing Pflege – Warum die richtige Nachsorge so wichtig ist

Dein neues Piercing ist für deinen Körper eine ganz besondere Verletzung. Anders als bei einer Schnittwunde bildet dein Körper bei einem Piercingkanal keine schützende Kruste über die offene Stelle. Stattdessen muss er eine eigene, dünne Hautschicht im Stichkanal aufbauen – dieser Vorgang nennt sich Epithelisierung.

Dein Körper ist mit komplexen Systemen ausgerüstet, die mit so einer Piercingverletzung prima alleine klarkommen würden. Aber es gibt Dinge, die die Heilung erschweren – und einige, die du aktiv tun kannst, um deinen Körper zu unterstützen. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Piercing Pflege - Tipps für die optimale Nachsorge bei Million Arts Tattoo Flensburg Tag 1

Am Piercingtag: Lass das Piercing in Ruhe!

Am Tag des Stechens gilt die wichtigste Regel: Fasse dein frisches Piercing nicht an! Dein Körper braucht diese erste Phase, um den Heilungsprozess zu starten. Jede Berührung kann Bakterien in die offene Wunde bringen und den Heilungsbeginn verzögern.

Ab Tag 2

Die wichtigsten Pflegeregeln bis zur vollständigen Abheilung

Ab dem zweiten Tag bis zur vollständigen Verheilung solltest du dich an folgende Regeln halten:

Reinigung

Wie du dein Piercing pflegen solltest – Die 3 Schritte

Reinige dein Piercing 1–2 Mal am Tag, am besten morgens und abends, für die kommenden 14 Tage:

Schritt 1: Hände waschen

Wasche deine Hände gründlich mit Seife. Berühre dein Piercing nie mit schmutzigen Fingern!

Schritt 2: Krusten lösen

Sollten sich Krusten um dein Piercing gebildet haben, weiche diese mit lauwarmem Wasser auf. Danach kannst du sie mit einem fusselarmen Tuch (z.B. Kompressen oder Zewa) entfernen. Wichtig: Die Reinigung erfolgt immer von innen nach außen, damit du die Verunreinigung von der Wunde weg und nicht zur Wunde hin transportierst.

Schritt 3: Pflegemittel auftragen

Trage das Pflegemittel großzügig auf das Piercing auf und lass es kurz einwirken. Bewege das Piercing dabei nicht! Durch die kapillare Wirkung gelangt das Pflegemittel von ganz alleine in den Stichkanal. Bewegungen des Piercings können zu Schädigungen bzw. Reizungen des Wundkanals und seiner Ränder führen. Zudem könnten Bakterien, Schmutz oder Allergene durch die Bewegung in den Wundkanal gelangen.

Oralpiercings

Das Besondere bei Oralpiercings

Zu Oralpiercings zählen z.B. das Zungenpiercing, Lippenpiercing, Zungen- und Lippenbandpiercing. Für diese Piercings gelten zusätzlich folgende Regeln:

Intimpiercings

Das Besondere bei Intimpiercings

Zu Intimpiercings zählen z.B. das Klitorisvorhautpiercing, der Prinz Albert, das Frenum, das Hafada und weitere. Hier gilt besonders:

Haut- & Knorpelpiercings

Das Besondere bei Haut- und Knorpelpiercings

Zu diesen Piercings zählen z.B. das Bauchnabelpiercing, Augenbrauenpiercing, Helix und viele weitere. Hier gilt zusätzlich:

Warnsignale

Was ist normal – und wann solltest du zum Piercer?

Leichte Rötungen, Schwellungen oder ein leichtes Ziehen in den ersten Tagen sind völlig normal und sollten dir kein Unbehagen bereiten. Natürlich immer vorausgesetzt, genannte Symptome halten nicht länger als drei Tage an. Grundsätzlich gilt immer: Fühlst du dich unsicher, frag deinen Piercer!

Du solltest deinen Piercer auf jeden Fall aufsuchen, wenn:

  • Du das Pflegemittel nicht verträgst (erhöhter Juckreiz, Brennen oder Ausschlag)
  • Sich allergische Reaktionen zeigen – die Wunde heilt nicht, im Gegenteil: es fühlt sich zunehmend unangenehm an, nässt, blutet oder eitert, evtl. kommt es zu Ausschlag rund um die Wunde bzw. sich das Piercing entzündet hat

Wichtig: Auf keinen Fall einfach den Schmuck entfernen! Das Wundsekret kann sich im Kanal einkapseln und zu einer schweren und tiefen Entzündung führen. Diese muss dann unter Umständen ärztlich bzw. chirurgisch behandelt werden.

Heilungszeiten

Wie lange dauert die Heilung?

Die Heilungszeit variiert je nach Piercing-Art und Körperstelle. Hier eine Übersicht der typischen Heilungsdauer:

Diese Angaben sind Richtwerte. Die tatsächliche Heilungsdauer hängt von deiner individuellen Gesundheit, deiner Pflege und deinem Lebensstil ab. Bei Fragen zur Pflege oder bei Unsicherheiten kannst du dich jederzeit an uns wenden.

Fragen zur Piercing-Pflege?

Unsere Piercerin Jenet berät dich gerne – persönlich im Studio, per WhatsApp oder telefonisch.

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